Kunststoff
Tiefziehen Kunststoff – Präzise Kunststoffformteile durch Thermoformen und Vakuum-Tiefziehen
Beim Tiefziehen von Kunststoff entstehen aus thermoplastischen Kunststoffplatten dreidimensionale, leichte und gleichzeitig stabile Bauteile. Das Verfahren – auch Kunststoff-Tiefziehen, Thermoformen oder Vakuum-Tiefziehengenannt – eignet sich besonders für individuelle Gehäuse, Verkleidungen, Abdeckungen und technische Kunststoffformteile.
KVH Hartung entwickelt und fertigt individuelle Tiefziehteile aus Kunststoff für unterschiedlichste industrielle Anwendungen. Von der Konstruktion und Materialauswahl über den Werkzeugbau und das eigentliche Tiefziehverfahren bis zur CNC-Nachbearbeitung begleiten wir Ihr Projekt bis zum fertigen Bauteil.
Besonders bei Klein- und Mittelserien bietet das Kunststoff-Tiefziehen eine wirtschaftliche Alternative zu anderen Fertigungsverfahren: Die Werkzeugkosten sind vergleichsweise niedrig, Änderungen lassen sich flexibel umsetzen und auch große oder komplex geformte Bauteile können mit geringem Gewicht realisiert werden.
Vorteile des Tiefziehverfahrens
Werkzeug-
technik
Stückzahlen
möglich
Werkzeug-
kosten
Geringes
Gewicht
struktur
Lackierung
notwendig
Was ist Kunststoff-Tiefziehen?
Das Kunststoff-Tiefziehen ist ein Verfahren aus dem Bereich des Thermoformens. Dabei wird eine thermoplastische Kunststoffplatte zunächst kontrolliert erwärmt, bis das Material formbar wird.
Anschließend wird die erwärmte Platte mithilfe von Vakuum beziehungsweise Unterdruck an eine speziell gefertigte Tiefziehform angelegt. Der Kunststoff übernimmt die Kontur des Werkzeugs und wird anschließend kontrolliert abgekühlt.
Nach dem Entformen entsteht ein stabiles dreidimensionales Kunststoffteil, das anschließend beispielsweise gefräst, gebohrt, beschnitten oder mit weiteren Komponenten zu einer Baugruppe verbunden werden kann.
So lassen sich individuelle Kunststoffbauteile mit hoher Formgenauigkeit und hochwertigen Oberflächen wirtschaftlich fertigen.
Tiefziehprozess
So funktioniert das Tiefziehen von Kunststoff
Der genaue Tiefziehprozess wird auf Material, Geometrie und Anforderungen des jeweiligen Bauteils abgestimmt.
Kunststoffplatte vorbereiten
Ausgangspunkt des Tiefziehverfahrens ist eine Platte aus einem thermoplastischen Kunststoff wie ABS, ASA, PC, PE, PET, PMMA, PS, PP oder PVC. Je nach Bauteil werden Material, Plattenstärke und Abmessungen passend für den weiteren Tiefziehprozess ausgewählt.
Kunststoff erwärmen
Die Kunststoffplatte wird gleichmäßig erwärmt, bis sie einen optimal formbaren Zustand erreicht. Dabei bleibt der thermoplastische Kunststoff kontrolliert verarbeitbar, ohne seine Materialeigenschaften zu verlieren. So wird die Platte optimal auf das anschließende Tiefziehen vorbereitet.
Kunststoff tiefziehen
Die erwärmte Kunststoffplatte wird über oder in das Tiefziehwerkzeug geführt. Durch Vakuum legt sich das Material präzise an die Konturen der Form an. Je nach Bauteilgeometrie und gewünschter Oberfläche kann dabei positiv oder negativ tiefgezogen werden.
Abkühlen und entformen
Nach der Formgebung wird das Tiefziehteil kontrolliert abgekühlt. Sobald der Kunststoff wieder formstabil ist, kann das Bauteil aus dem Tiefziehwerkzeug entnommen werden. Anschließend wird es für die weitere Bearbeitung und präzise Nachbearbeitung vorbereitet.
Tiefziehteil nachbearbeiten
Anschließend wird das Tiefziehteil je nach Projekt weiterbearbeitet. Mit moderner CNC-Bearbeitung lassen sich Konturen, Aussparungen, Bohrungen oder Lüftungsöffnungen präzise umsetzen. So entsteht aus der tiefgezogenen Kunststoffplatte ein einbaufertiges, kundenspezifisches Bauteil.
QUALITÄTSKONTROLLE UND WEITERVERARBEITUNG
Jedes Tiefziehteil wird auf Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und Funktion geprüft. Je nach Anforderung folgen weitere Arbeitsschritte wie Montage, Bedruckung, Oberflächenveredelung oder die Integration in eine Baugruppe – passgenau für den späteren Einsatz.
Positives und negatives Tiefziehen – die Unterschiede
Je nach gewünschter Geometrie und Oberflächenqualität unterscheidet man beim Kunststoff-Tiefziehen zwischen positivem und negativem Tiefziehen.
Positives Tiefziehen
Beim positiven Tiefziehen wird die erwärmte Kunststoffplatte über das Werkzeug gezogen. Die Formgebung erfolgt auf der Innenseite des späteren Bauteils.
Diese Variante eignet sich für zahlreiche technische Formteile und ermöglicht eine wirtschaftliche Umsetzung unterschiedlichster Geometrien.
Negatives Tiefziehen
Beim negativen Tiefziehen wird der Kunststoff in eine Form hineingezogen. Dadurch befindet sich die formgebende Werkzeugseite auf der Außenseite des Bauteils.
KVH Hartung verfügt über besondere Erfahrung im Negativ-Tiefziehverfahren. Damit können sehr präzise Außenkonturen und hochwertige Sichtoberflächen realisiert werden.
Gerade bei Gehäusen, Verkleidungen und Designbauteilen ist dies ein entscheidender Vorteil.
Tiefziehteile aus Kunststoff nach Maß
Durch Kunststoff-Tiefziehen lassen sich sehr unterschiedliche technische Bauteile herstellen. Typische Tiefziehteile aus Kunststoff sind beispielsweise:
Kunststoffgehäuse
Maschinenverkleidungen
Geräteverkleidungen
- Abdeckungen
Blenden
Einhausungen
technische Formteile
Fahrzeugverkleidungen
medizinische Gerätegehäuse
Transport- und Verpackungslösungen
KVH Hartung fertigt individuelle Tiefziehteile unter anderem für die Bereiche Elektronik, Fahrzeugtechnik, Labor, Luftfahrttechnik, Maschinenbau, Medizintechnik, Umwelttechnik sowie Verpackung und Transport.
Dabei wird jedes Bauteil hinsichtlich Konstruktion, Material, Oberfläche und Weiterverarbeitung individuell auf seinen späteren Einsatz abgestimmt.
Was unser Tiefziehverfahren auszeichnet
Besondere Oberflächen direkt beim Tiefziehen
Eine Spezialität von KVH Hartung sind strukturierte Oberflächen auf tiefgezogenen Kunststoffteilen.
Je nach gewünschter Optik kann das Bauteil mit einer feinen oder gröberen Oberflächenstruktur gefertigt werden. Dadurch entstehen hochwertige Sichtflächen, die sich direkt in das Produktdesign integrieren lassen.
Eine zusätzliche Lackierung kann dadurch in vielen Anwendungen entfallen.
Das reduziert zusätzliche Fertigungsschritte und eröffnet gleichzeitig zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten für hochwertige Gehäuse und Verkleidungen.
- Lackierung überflüssig
- optisch hochwertig
- Umweltschonend
Bauteilgröße
Von kleinen Formteilen bis zu großformatigen Tiefziehteilen
Mit den Universalautomaten von KVH Hartung können Werkzeuge von 180 × 220 mm bis 2.940 × 1.440 mm eingesetzt werden. Die mögliche Werkzeughöhe beträgt bis zu 770 mm.
Damit lassen sich sowohl kompakte Kunststoffformteile als auch großformatige und besonders tiefe Bauteile realisieren.
- extreme Bauteilhöhen möglich
- kleinste Radien umsetzbar
- herausragende Bauteilschärfe
breites Materialspektrum
ABS tiefziehen und weitere thermoplastische Kunststoffe
Für das Tiefziehen eignen sich zahlreiche technische Thermoplaste.
KVH Hartung verarbeitet unter anderem:
ABS, ASA, PC, PE, PET, PMMA, PS, PP und PVC.
Die möglichen Materialstärken reichen dabei von 0,1 bis 10 mm.
Besonders häufig wird ABS tiefgezogen, da sich der Werkstoff gut verarbeiten lässt und sich für zahlreiche technische Gehäuse, Verkleidungen und Formteile eignet.
Welche Kunststoffart für ein Bauteil optimal ist, hängt jedoch von den jeweiligen Anforderungen ab. Dabei können unter anderem Stabilität, Gewicht, Temperaturbeständigkeit, UV-Beständigkeit, Flammschutz, Optik oder Einsatzort entscheidend sein.
Zusätzlich können Materialkombinationen eingesetzt sowie UV-Schutz oder Flammschutz berücksichtigt werden. Auch die Farbgebung lässt sich individuell auf das spätere Produkt abstimmen.
- UV-Schutz möglich
- Flammschutz einsetzbar
- RAL Farben wählbar
CNC-Nachbearbeitung für präzise Kunststoffteile
Mit der Formgebung ist die Fertigung eines Tiefziehteils häufig noch nicht abgeschlossen.
Nach dem Tiefziehen können die Kunststoffteile durch CNC-Bearbeitung präzise weiterverarbeitet werden. Konturen, Aussparungen und Funktionsbereiche lassen sich dadurch exakt auf die spätere Anwendung abstimmen.
Ein weiterer Vorteil: Änderungen am Fräsbeschnitt können wesentlich einfacher umgesetzt werden als Änderungen am eigentlichen Tiefziehwerkzeug.
So verbindet KVH Hartung das Thermoformen und Kunststoff-Tiefziehen mit moderner CNC-Bearbeitung zu einem durchgängigen Fertigungsprozess.
Kunststoff-Tiefziehen bei KVH Hartung in Krailling bei München
KVH Hartung entwickelt und fertigt seit Jahrzehnten individuelle Lösungen aus technischen Kunststoffen. Am Standort Krailling bei München entstehen Tiefziehteile für Unternehmen aus unterschiedlichsten technischen und industriellen Bereichen.
Unsere Kunden profitieren von kurzen Abstimmungswegen und einem durchgängigen Fertigungsprozess – von der ersten Bauteilidee über Material- und Konstruktionsberatung bis zur Fertigung und Nachbearbeitung.
Sie planen ein neues Tiefziehteil, möchten ein bestehendes Kunststoffbauteil optimieren oder prüfen, ob sich Ihr Bauteil für das Tiefziehverfahren eignet?
Sprechen Sie mit uns über Ihr Projekt.
Häufige Fragen zum Kunststoff-Tiefziehen
Beim Kunststoff-Tiefziehen wird eine thermoplastische Kunststoffplatte erwärmt und anschließend mithilfe eines Werkzeugs und Vakuum in eine dreidimensionale Form gebracht. Das Verfahren gehört zum Thermoformen.
Thermoformen ist der Oberbegriff für verschiedene Verfahren zur Umformung thermoplastischer Kunststoffe. Das Tiefziehen beziehungsweise Vakuum-Tiefziehen ist eine der wichtigsten Varianten des Thermoformens. Im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Begriffe häufig synonym verwendet.
KVH Hartung verarbeitet unter anderem ABS, ASA, PC, PE, PET, PMMA, PS, PP und PVC. Welcher Kunststoff geeignet ist, hängt von den technischen und optischen Anforderungen des jeweiligen Bauteils ab.
Ja. ABS eignet sich sehr gut für das Tiefziehen und wird unter anderem für Gehäuse, Verkleidungen, Blenden und zahlreiche technische Kunststoffformteile eingesetzt.
Beim positiven Tiefziehen wird der Kunststoff über eine Form gezogen. Beim negativen Tiefziehen wird das Material in eine Form hineingezogen. Dadurch unterscheiden sich insbesondere die formgebende Bauteilseite und die Möglichkeiten hinsichtlich Kontur und Oberfläche.
Das Tiefziehverfahren eignet sich besonders für Projekte, bei denen flexible Stückzahlen und vergleichsweise niedrige Werkzeugkosten gefragt sind. Dadurch lassen sich auch kleinere Stückzahlen sowie Klein- und Mittelserien wirtschaftlich fertigen.
Ja. Tiefgezogene Kunststoffteile können anschließend beispielsweise CNC-gefräst, gebohrt, beschnitten, montiert oder weiterveredelt werden.